4. Medienakteure

“Schönheit ist überall ein gar willkommener Gast
- Johann Wolfgang von Goethe

medienakteureIn einer Medienwelt, in der ein Idealbild von Schönheit stark von Massenmedien geprägt ist, stellt sich die Frage, welche Akteure hinter den vermittelten Inhalten stehen und wie diese agieren. Exemplarisch dafür können „Werbung“, „Mode“ sowie „Medien“ genannt werden, die in ihrem Zusammenspiel wesentliche Impulse für die allgemeine Wahrnehmung von Schönheit liefern.

Der Körper wurde zum idealen Akteur einer Marktgesellschaft. Menschliche Körper können und werden nie perfekt sein. Auch wenn alles äußerlich perfekt scheint, eine Optimierung ist immer möglich (vgl. Karmasin: 2011: 6).

bildretuscheRezipientInnen werden unrealistische Vorbilder präsentiert, an Hand derer Kaufentscheidungen getroffen werden (vgl. Spurgin: 2003: 260). Die Gefahr dieser virtuellen Realität und der derzeitigen technischen Möglichkeiten liegt darin, das Unrealistische realistisch erscheinen zu lassen. Technische Bildbearbeitung wird angewendet, um unrealistische Perfektion virtuell möglich zu machen (vgl. ICA: 2011: 2).

Wissenschaftliche Studien ergaben, dass es nicht die Dünnheit der Models per se ist, die bei RezipientInnen eine Körperunzufriedenheit auslöst – es ist die perfektionierte Dünnheit. Das bedeutet, mittels Computerprogramme wird die Schlankheit der Models perfekt gestaltet und perfektioniert. Es ist die Perfektion, die angestrebt wird, nicht allein der reduzierte Körperumfang (vgl. ebd.).

  • Idealmaße „90-60-90“: Von 10.000 Frauen haben 6 Frauen diese Maße, also 0,06%
  • 44,5% der deutschen Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren finden sich zu dick und 10% als viel zu dick – Obwohl 75% aller deutschen Mädchen ein normales Gewicht aufweisen  (Karmasin: 2011: 7).
  • Seit den 50er Jahren nimmt die Schaufensterpuppenfigur kontinuierlich ab. Würde die Figur der heutigen Schaufensterpuppen einer realen Frau entsprechen, wären keinerlei normale Körperfunktionen mehr möglich.
  • 50-80% der adoleszenten Mädchen möchten dünner sein (Lask/Bryant-Waugh: 2000)
  • Rund 40.000 Österreicher – davon 90 Prozent Frauen – legen sich pro Jahr unter das Messer der Schönheitschirurgie – Tendenz steigend (Gallup Institut: 2013).
  • Die häufigsten Eingriffe in Österreich sind Fettabsaugungen, gefolgt von Brustvergrößerungen (ebd).
  • Eine wissenschaftliche Umfrage ergab, dass 46% der Befragten Medien als Ursache für die Unzufriedenheit/Zufriedenheit mit dem eigenen Körper nennen (vgl. Karmasin: 2008).
  • Wenn Frauen Idealbilder über längeren Zeitraum betrachten, sinkt das Selbstbewusstsein sowie die Körperzufriedenheit signifikant (Spettigue, 2004).

 

s_o_ess

Das Wiener Programm für Frauengesundheit startet ein zukunftsorientiertes Projekt, um gegen Essstörungen anzukämpfen und ein gesundes Selbstbewusstsein, vor allem bei Jugendlichen, durchzusetzen. Die „S-O-Ess Initiative gegen ungesunde Schlankheitsideale“ steuert dem aktuellen Schönheitswahn erfolgreich entgegen. (hier mehr)